Weltoffenheit und Tradition

Foto und Text: Hannelore Nowacki

Quelle: https://tip-verlag.de/weltoffenheit-und-tradition/

Mundart ist zwar mit der Heimat verbunden, aber nicht jedes Lampertheimer Kind spricht Lômbadder Platt. Doch seit dem zweiten Schuljahr 2018/19 gibt es an der Schillerschule ein ganz besonderes zusätzliches Lernangebot: Kinder lernen in der AG „Heimatkundlicher Sprachunterricht“ ihre Heimat und zugleich die Mundart genauer kennen. Alle zwei Wochen, immer am Freitagnachmittag, treffen sich dreizehn Kinder mit Karl-Heinz „Kalle“ Horstfeld und Nadine Schütz von den Lômbadder Babblern  in der Schule zu einer 45-minütigen Unterrichtseinheit, zum ersten Mal Anfang Februar, im Ganzen acht Mal bis zu den Sommerferien. Am vergangenen Freitag hatte Landrat Engelhardt die Presse eingeladen, die AG mit ihm in Aktion zu erleben und sich vor Ort ein Bild von dem Angebot zu machen. Der Landrat selbst trug zur ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen Unterrichtsstunde bei. Kalle Horstfeld erklärte den Kindern, dass der Landrat direkt von den Bürgern gewählt wurde und im Frühjahr 2021 die nächste Wahl ansteht, was der Landrat bestätigte. Die Kinder, im Halbkreis sitzend, waren aufmerksam und wussten auf Engelhardts Fragen zum Kreis Bergstraße viele richtige Antworten, nannten die Städte und Sehenswürdigkeiten wie das Felsenmeer. Oft heißen die Städte in Mundart ganz anders als auf der Landkarte geschrieben steht, das machte Landrat Engelhardt am Beispiel von Hepprum für Heppenheim, Bäschdad für Bürstadt und Biwwels für Biblis deutlich. Raten war bei der Fläche des Kreises Bergstraße angesagt. Im Dialog fand Engelhardt heraus, wer gerne Spargel isst und wer die Spargelkönigin gesehen hat. „Seid ihr alle in Lampertheim geboren?“ Nein, einige Kinder schüttelten den Kopf, darunter ein Junge aus Sri Lanka. Und wer hat zuhause Lampertheimer Platt gehört? Zwei Kinder meldeten sich. Anna spricht hochdeutsch, aber sie kann auch Mundart. Ein Vorteil bei der Geschichte, die Nadine Schütz in schönster sanft klingender Lampertheimer Mundart aus dem Buch „De Lambada Struwwlpejda“ mit „luschdische Gschischde un ulgische Bilda“  vorlas. Walter Sauer hatte die Strubelpeter-Geschichte einst „uff Lambadarisch umgedischt“. Sofort melden, wenn ein Wort unklar ist, riet Nadine Schütz den Kindern. Doch die hörten so gebannt zu, dass sie erst beim zweiten Vorlesen nachfragten. „Jetzt kimmt de Benseniggl“  war zu hören. Ja, der Nikolaus kommt. Aber das ist schon Spezialwissen, das nur wenige wie Anna haben. Landrat Engelhardt dankte Schulleiterin Annette Wunder-Schönung, dass sie diesen Unterricht ermöglich habe. „Der Lampertheimer ist ein besonders schöner Dialekt und hängt mit vielen Bräuchen zusammen“, meinte Engelhardt, der sich als gebürtiger Schwabe offenkundig weiß wovon er spricht.  Genial finde er, dass Kinder in der Grundschule nach Hochdeutsch auch Dialekt lernen, noch bevor das Englische kommt. „Weltoffenheit und die eigene Tradition gehören zusammen“, ist Engelhardt überzeugt. Beim lustigen Ratespiel wusste Engelhardt die meisten Begriffe wie Hinkel zu deuten, aber was ist Zugemies? Diese Brotzeit ist nicht Allgemeingut, im Gegensatz zu Latwerge, dem berühmten Pflaumenmus der Landfrauen. Hier hatte Landrat Engelhardt mitgerührt. Kalle Horstfeld war begeistert und bescheinigte Engelhardt „gut gelungen“. Zum Schluss wurde wie jedes Mal gemeinsam das Lampertheimer Spargellied gesungen, von Nadine Schütz an der Gitarre begleitet. Als Andenken an diese Stunde erhielt Landrat Engelhardt vom Team der Lômbadder Babbler die Mundart bebildert und gerahmt.   Dieser Heimatkundliche Sprachunterricht hat eine Vorgeschichte  von der Idee bis zur Umsetzung, von der Kalle Horstfeld berichtete. Landrat Engelhardt habe ein offenes Ohr gehabt und nach der Besprechung beim Schulamt des Kreises Bergstraße im September seien Projekt und Konzept positiv beurteilt worden. Mit der Schulleitung der Schillerschule sei dann der Beginn des Sprachkurses im Februar vereinbart worden.  Kalle Horstfeld, auch Initiator der Lômbadder Babbler, wollte ursprünglich nur die Lampertheimer Mundart korrekt schreiben, schnell entwickelte sich ein ständiges Team und eine gut besuchte Veranstaltungsreihe mit Beiträgen aus dem Kreis der Teilnehmer sowie eine Kolumne im TIP.

Verleihung der Ehrenurkunden der Bundesjugendspiele

Alle Schüler, die sich bei den diesjährigen Bundesjugendspielen eine Ehrenurkunde ersprungen, ersprintet, erlaufen und erworfen hatten, bekamen diese am 29. Mai 2019 feierlich überreicht. Unter großen Applaus ihrer Mitschüler nahmen die Sportler ihre Urkunden entgegen und strahlten dann stolz in die Kamera. 

Hier sehen wir die Urkundenbesitzer der Vorklasse sowie der 1. und 2. Klassen.

Auf diesem Bild strahlen die stolzen Sportler der 3. und 4. Klassen um die Wette.

Ehrung der Schul-Gewinner des Wettbewerbs "Känguru der Mathematik"

 

Schatzkiste sorgte für strahlende Kinderaugen

Schatzkiste sorgte für strahlende Kinderaugen

Foto: Benjamin Kloos

Quelle: https://tip-verlag.de/schatzkiste-sorgte-fuer-strahlende-kinderaugen/

von Benjamin Kloos

 

LAMPERTHEIM – Fröhliches Kinderlachen klang am Donnerstag aus dem Sitzungssaal des Alten Rathaus. Der Anlass des Besuchs der Kinder von sechs Schulen, Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen der Spargelstadt war ein freudiger: Denn diese hatten zur Adventszeit eifrig an schönen Weihnachtsdekorationen gebastelt, mit denen in Lampertheimer Geschäften die Schaufenster in der Adventszeit liebevoll dekoriert wurden. Die Basteleien der Kinder konnten selbstverständlich auch gegen einen Spende erworben werden. Aufgestockt wurde dieser Betrag durch den Erlös der Tombola-Lose, die durch die fleißigen und wundervoll anzuschauenden Weihnachtsengel während des Candlelight-Shoppings verkauft wurden und der ebenfalls den Kinderbetreuungseinrichtungen zu Gute kam. Der Erlös wurde nun an die Kinder und deren Einrichtungen übergeben.  

Bevor Bürgermeister Gottfried Störmer die Gesamtsumme von 900 Euro nannte, machte sich Spannung breit und Dirk Dewald, beim Stadtmarketing für den Bereich City- und Eventmanagement zuständig, öffnete die Schatztruhe, in der schön gestaltete Umschläge lagen. Jede der Einrichtungen kann sich somit über eine Spende in Höhe von 150 Euro freuen, die von den Kindern der Seehofschule Hüttenfeld, des Kindergarten Rosengarten, der Klassen 4a und 3c der Schillerschule, der Schülerbetreuung der Pestalozzischule sowie der Kindervilla 123  begeistert in Empfang genommen wurde. „Danke, dass ihr so toll gebastelt und mitgemacht habt, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten”, betonte Bürgermeister Störmer. „Mit dem Geld könnt ihr neues Bastelmaterial kaufen, um auch im nächsten Advent die Lampertheimer Innenstadt mit euren Basteleien zu bereichern und zu verschönern.”

Bereits zuvor konnten sich die Kinder mit Getränken stärken – und angesichts von speziellen Getränkewünschen erfüllte das Stadtmarketing nicht nur dank der Spende, sondern auch hier Kinderwünsche.

 

Kinder unterschiedlichen Glaubens genießen Adventszeit

Advent Gutschalk LZ

Foto: Thorsten Gutschalk

Quelle:https://www.lampertheimer-zeitung.de/lokales/bergstrasse/lampertheim/kinder-unterschiedlichen-glaubens-geniessen-adventszeit_19261644

von Vanessa Körber

Die Adventszeit ist vor allem für die Lampertheimer Schillerschule eine ganz besondere Zeit. Seit elf Jahren verwandelt sich die Grundschule im Dezember in einen lebendigen Adventskalender; mit lustigen und besinnlichen Darbietungen verbreiten Schüler, Vereine und Institutionen weihnachtliche Stimmung in der Innenstadt. Stimmung, die laut Rektorin Annette Wunder-Schönung und ihrer Stellvertreterin Beate Gündling auch auf die Kinder überschwappt, die mit Weihnachtsmann und Co. normalerweise so gar nichts zu tun haben.

„Von der Türkei und Syrien über Polen und Rumänien bis hin zu Italien oder Sri Lanka sind bei uns an der Schule Kinder aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern vertreten“, erklärt Gündling, „allein schon durch unsere Intensivklasse, in der Flüchtlingskinder betreut werden.“ Entsprechend seien auch die vertretenen Glaubensrichtungen sehr unterschiedlich: Christ, Moslem, Buddhist – oder auch nichts: „Da ist alles dabei“, sagt die stellvertretende Schulleiterin. Was die Kinder aber verbinde: Die Bräuche und Aktionen, die mit der Weihnachtszeit einhergehen, seien bei allen sehr beliebt.

Lieder, Gedichte und Spielszenen vorbereiten

Dazu zähle vor allem die Kalenderaktion der Schule. „Jede Klasse ist bei uns für die Unterhaltung zweier Fenster zuständig“, erklärt Wunder-Schönung, „im Unterricht werden hierzu Gedichte, Lieder oder Spielszenen so vorbereitet, dass sich die Passanten auf dem Schillerplatz daran erfreuen können.“ Die Vorfreude sei den Kindern schon im Herbst anzumerken, „sie fragen auch regelmäßig nach, wann es wieder losgeht.“

Auch innerhalb der Klassen würden verschiedene Bräuche und Traditionen aufgegriffen, wie Gündling berichtet: „Jede Klasse hat bei uns einen eigenen Adventskalender, an dem sich jedes Kind einmal bedienen darf.“ Zu den Überraschungen, die er hervorbringt, zählten beispielsweise Gutscheine für „Hausaufgaben frei“ oder Wünsche nach Spielen im Sportunterricht. Immer mal wieder werden die Bedeutung von Advent im Sinne von Ankommen auch im Unterricht thematisiert. Und auch das Zünden der Adventskerzen sei ein Ritual, an das sich oft eine kleine Geschichte anschließe, die zum Einstieg in den Unterricht vorgelesen wird. „Man merkt schon, dass die Schüler das genießen und dadurch auch ein bisschen zur Ruhe kommen“, so Gündling.

Zur Ruhe kommen – das mag auch der zehnjährige Salman, der aus Pakistan kommt. Er mag es, dass an Weihnachten alles so schön geschmückt wird, „vor allem unsere Schule“. Gefallen findet er auch daran, dass seine Klasse regelmäßig das Dietrich-Bonhoeffer-Haus und das Krankenhaus besucht, um Lieder vorzusingen und Alte und Kranke damit zu erfreuen. „Manchmal sagen wir auch ein Gedicht auf“, erklärt er.

Pelda, ebenfalls zehn Jahre alt, ist Kurdin. „Mir gefällt, dass wir in der Weihnachtszeit so viel basteln“, erzählt sie. Zuhause feiere ihre Familie kein Weihnachten, „aber manchmal gehe ich mit meiner Familie am 24. Dezember in ein Restaurant. Und ab und zu gibt es dann sogar auch Geschenke“, verrät sie.

Dass Bräuche verschiedener Religionen und Glaubensrichtungen miteinander verbunden werden, sei gar nicht so selten, wie das Schulleitungsteam berichtet. „Wir haben auch Kinder hier, die mit ihren Eltern zusammen die Moschee besuchen, aber trotzdem mit uns vor dem Adventskranz sitzen“, erzählt Gündling. Häufiger berichteten Kinder zuhause auch, dass sie zwar kein Weihnachten in dem Sinne feiern, sich aber Traditionen wie dem Beschenken anpassen. Dass die Kinder in dieser Form teilhaben ist laut Wunder-Schönung sehr wichtig. „Wir missionieren hier keinen. Aber es ist wichtig, dass die Kinder wissen, in welchem Land sie leben und welche Traditionen es dort gibt.“ Ab und zu nähmen Kinder die Zeit auch zum Anlass, um über ihnen bekannte Bräuche zu berichten, „sie erzählen dann beispielsweise vom Zuckerfest, und wir erkennen Unterschiede und Gemeinsamkeiten.“

Dass Kinder neugierig und offen sind, ist nichts Neues. Doch wie stehen die Eltern zum vorweihnachtlichen Programm? „Kritische Stimmen gab es da eigentlich noch nie“, sagt Wunder-Schönung, „das wäre auch schade.“ Viel zu groß sei der Spaß, mit dem die Kinder bei der Sache wären.